Der Schwarze Holunder

Sambucus nigra ist ein flachwurzelnder, schnellwachsender Baum oder Strauch, der meist drei bis sechs Meter hoch wird. Man findet ihn auf feuchten, stickstoffreichen Böden am Waldrand und an Weggabelungen. Er wird aber auch sehr gerne im Garten kultiviert, da er leicht anwächst und in der Blütezeit einen wunderbaren Duft verströmt! Seine weißen, duftenden Blüten wachsen in schirmähnlichen Scheindolden. Er blüht ab Mai bis Juli, seine Früchte werden zur Reife schwarz und hängen deutlich über. Der Strauch hat gefiederte Blätter & eine rissige, braungraue Borke, in den Zweigen findet man weißes Mark, dass man gut herauskratzen kann.

Hollerblüte

Seine Wirkstoffe wie ätherische Öle, Vitamin C, Mineralstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide und schweißtreibende Glykoside unterstützen und aktivieren unser Immunsystem, sind blutreinigend und regulieren die Darmtätigkeit. Auch als Akutmittel bei Erkältungskrankheiten ist der Holler geeignet und den östrogenartigen Inhaltsstoffen der Blüten und Beeren spricht man heilsamen Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu – ein altes Sprichwort sagt:

[vnblockquote] Zu Johanni (24.6.) blüht der Holler, da wird die Liebe toller[/vnblockquote]

Der Name Holler leitet sich von der Frau Holle ab. Frau Holle schüttelt ihre Betten so stark aus, daß es auf der Erde schneit. Die feinen weißen Blüten des Holunders symbolisieren hierbei den Schnee. Dieses Märchen fasst verschiedene altgermanische Göttinnen volkstümlich zusammen – Die germanischen Erd- & Fruchtbarkeitsgöttinnen Hel und Freya sowie Elfen sollen ihren Sitz im Strauch haben, deshalb brachte man ihr unter Hollersträuchen Früchte als Opfer dar.

Als Sitz der Göttin Hel ist der Holunder auch das Eingangstor in die Schattenwelt. Schattenarbeit, also die Arbeit mit unseren unbewussten, dunklen Anteilen, kann sehr erleichtert werden, wenn man an einem Holunder-Kraftplatz um die Hilfe des Hollers bittet.

Das Holz des Holunders wurde daher auch gerne für die Herstellung eines Zauberstabs oder Hexenbesens genommen und schläft man unter einem Hollerbusch ein, gelangt man der Sage nach ins Feenreich. Der Holunderstrauch auf dem Grund schützt Haus, Hof, Bewohner und Tiere vor Blitz und bösen Geistern. Daher wurde oft auch der Türriegel aus Holunderholz gefertigt.

Schatzsuche

Und wollt ihr einmal einen Schatz vergraben, so solltet ihr das unter einem Holunderstrauch tun, weil dieser Strauch nicht auszurotten ist und so der Schatz wieder leicht gefunden werden kann….

Hollersaft

Davor trinkt vielleicht auch ein Gläschen Hollersaft oder einen Kaiserspritzer – Weißwein mit Soda und einem Schuß Hollersirup, und den kann man auch ganz ohne Konservierungsstoffe leicht selbst herstellen:

Man nehme

  • 15-20 Holunderblütendolden (an einem trockenen, sonnigen Tag geerntet)
  • 2 Liter Wasser
  • 5 unbehandelte Zitronen
  • 2 kg Zucker

Die Blüten decke ich dann mit Zitronenscheiben ab und übergieße mit dem abkochten Wasser

Das lasse ich 2 Tage lang zugedeckt stehen, seihe es danach durch ein Tuch oder Sieb ab und löse den Zucker in einem kurzen Aufkochen auf.

Hollersaft

Fertig ist der Sirup – Nun fülle ich ihn in Glasflaschen die ich im Backrohr möglichst keimfrei mache und verschließe den Sirup heiß. Sobald er abgekühlt ist, lagere ich die Flaschen dann im Kühlschrank – so ist der Sirup mehrere Monate bis zu einem Jahr haltbar wenn sauber abgefüllt wurde.

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